Sie stehen vor dem Regal mit Stichsägeblättern und wissen nicht, welches Sie nehmen sollen? Kein Wunder — die Auswahl ist riesig. Holz, Metall, Kunststoff, Laminat, Fliesen — für jedes Material gibt es spezielle Blätter. In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, welches Stichsägeblatt für welches Material das richtige ist.

Die Grundregel: Das Material bestimmt das Blatt. Zahnung, Blattmaterial und Blattlänge müssen zum Werkstück passen. Ein falsches Blatt bedeutet unsaubere Schnitte, übermäßigen Verschleiß oder Beschädigungen am Werkstück.

Stichsägeblatt für Holz

Holz ist das häufigste Material für Stichsägen. Aber Holz ist nicht gleich Holz:

Weiches Holz (Fichte, Kiefer, Tanne): Grobes Blatt mit 6 TPI für schnellen Schnitt. HCS-Stahl (High Carbon Steel) reicht aus. Für dickes Weichholz (100mm+): WERHE T744D mit 180 mm Länge.

Hartes Holz (Eiche, Buche, Ahorn): Mittlere Zahnung (8–10 TPI) für saubereren Schnitt. BiM-Blätter (Bi-Metall) halten länger als HCS.

Sperrholz und Spanplatte: Feine Zahnung (10–12 TPI), um Ausrisse an der Oberfläche zu minimieren. Blatt mit nach unten gerichteter Zahnung (Reversed) für besonders saubere Oberkante.

Stichsägeblatt für Metall

Ja, Stichsägen können auch Metall schneiden — mit dem richtigen Blatt. Verwenden Sie HSS-Blätter (High Speed Steel) oder BiM-Blätter mit feiner Zahnung (14–24 TPI). Je dünner das Metall, desto feiner die Zahnung. Für Stahlblech bis 3 mm eignen sich Blätter mit 18–24 TPI. Für dickeres Aluminium reichen 14 TPI.

Wichtig: Reduzieren Sie die Geschwindigkeit der Stichsäge und schalten Sie den Pendelhub aus. Bei Metall muss das Blatt gerade schneiden — der Pendelhub würde die Zähne schneller abstumpfen.

Stichsägeblatt für Laminat

Laminat ist eine Herausforderung: Die harte Dekorschicht splittert leicht aus. Verwenden Sie ein Blatt mit feiner Zahnung (12+ TPI) und idealerweise mit nach unten gerichteten Zähnen (Reversed). Damit schneidet das Blatt nach unten und die Oberfläche bleibt sauber. Alternative: Laminat mit der Dekorseite nach unten schneiden — dann liegen die Ausrisse auf der unsichtbaren Seite.

Stichsägeblatt für Kunststoff

Für Kunststoff und Plexiglas eignen sich Blätter mit mittlerer bis feiner Zahnung (8–12 TPI). Zu grobe Zähne reißen den Kunststoff, zu feine erzeugen Hitze durch Reibung und der Kunststoff schmilzt. Reduzieren Sie die Sägegeschwindigkeit und arbeiten Sie ohne Pendelhub.

Stichsägeblatt für Keramik und Fliesen

Für Keramikfliesen brauchen Sie spezielle HM-bestückte Blätter (Hartmetall) oder diamantbeschichtete Blätter. Normale Stahlblätter haben hier keine Chance — sie stumpfen sofort ab. Arbeiten Sie langsam, ohne Pendelhub, und kühlen Sie mit Wasser wenn möglich.

Übersicht: Material → Blatt

Material Blatttyp Zahnung (TPI) Pendelhub Geschwindigkeit
Weiches Holz dünn HCS 6–8 Stufe 2–3 Hoch
Weiches Holz dick (100mm+) HCS (T744D) 6 Stufe 3 Mittel-Hoch
Hartes Holz BiM 8–10 Stufe 1–2 Mittel
Sperrholz/Spanplatte HCS Reversed 10–12 Stufe 0–1 Mittel
Laminat HCS Reversed 12+ Stufe 0 Mittel
Aluminium BiM/HSS 14–18 Stufe 0 Niedrig
Stahlblech HSS/BiM 18–24 Stufe 0 Niedrig
Kunststoff HCS 8–12 Stufe 0 Niedrig-Mittel
Keramik HM/Diamant Spezial Stufe 0 Niedrig

Was bedeuten die Abkürzungen?

HCS (High Carbon Steel): Kohlenstoffstahl — günstig, flexibel, ideal für Holz. Stumpft bei Metall schnell ab.

HSS (High Speed Steel): Schnellarbeitsstahl — hitzebeständiger, für Metall geeignet. Weniger flexibel als HCS.

BiM (Bi-Metall): Kombination aus HCS-Körper und HSS-Zahnung. Der Allrounder — schneidet Holz UND Metall. Etwas teurer, aber deutlich langlebiger.

HM (Hartmetall): Für extrem harte Materialien wie Keramik, Faserzement, GFK.

Fazit

Merken Sie sich die Grundregel: Grobe Zahnung für dickes, weiches Material — feine Zahnung für hartes und dünnes Material. Pendelhub bei Holz aktivieren, bei Metall und Kunststoff ausschalten. Und wenn Sie dickes Holz schneiden müssen: Ein langes Blatt wie das WERHE T744D (180 mm) spart Ihnen Nerven und Zeit.